Erstes Aquarium - Einrichtung

Bodengrund

Der Bodengrund bildet die erste Schicht im Aquarium. Er hat nicht nur einen optischen Grund, nein er sorgt für ausreichenden halt für die Pflanzen und versorgt sie auch mit den benötigten Nährstoffen. Ebenso bietet er für Bodenfische einen geeigneten Lebensraum.

 

Bei der Auswahl des richtigen Bodengrunds spielen die Fische eine grosse Rolle. Je nach Art sollte Sand, feiner Kies, grober Kies oder sogar Steine eingesetzt werden. Daher ist eine vorherige Abklärung von nöten.

 

Bodengrund sollte ausdrücklich für die Aquaristik zugelassen sein. Viele oder vorallem die farbigen Sorten sind mit Kunststoff umhüllt. Diese können mit der Zeit Weichmacher abgeben oder seltsame Nebenwirkungen im Aquarium hervorrufen. Auch kann Kalk in gewissen Kiessorten enthalten sein. Dieses Kalk härtet mit der Zeit das Aquarienwasser stark an und kann für einzelne Lebewesen tödlich sein.

Daher auch hier, lieber vorher gut Betraten lassen.

 

Als optimale Farbe gilt, möglichst Natürlich. Ein eher dunkler Bodengrund lenkt den Blick auf die Fische und die Fische selber verhalten sich weniger Scheu.

 

Soll unter dem eigentlichen Bodengrund noch Düngerboden eingebracht werden?

Ich persönlich sage Nein.

Spätestens dann wenn der Düngerboden aufgebraucht ist (1-2 Jahre) musst du den ganzen Bodengrund wieder entfernen und reinigen. Ich dünge wenn überhaupt nur mit Flüssigdünger oder Düngerkugeln.

 

Bodengrund Einbringen

Vor dem Einbringen in das Aquarium muss der Bodengrund gewaschen werden. Dadurch ist sichergestellt das Fremdstoffe vom Abpacken und dem Transport weggespült werden und das Aquarium weniger mit Feinstaub getrübt wird.

 

Damit im Bodengrund keine Luft eingeschlossen wird und dort gammelt, füllen wir das leere Aquarium bereits mit Wasser. Aber nur leicht höher als der höchste Bodengrundpunkt. Erst jetzt füllen wir den Bodengrund gleichmässig ins Aquarium.

 

Je nach Wunsch kann jetzt eine Struktur eingearbeitet werden. Beispielsweise in einer Ecke etwas mehr Bodengrund oder ansteigend nach hinten. Für steilere "Berge" können grössere Steine im Bodengrund versenkt werden. Dadurch hält der Bodengrund die gewisse Neigung bei.

 

Pflanzen

Pflanzen benötigen gewisse Wasserwerte und je nach Art auch mehr oder weniger Licht/Pflege. Daher vorher gut darauf achten. Besser mit einfachen robusten Pflanzen beginnen.

 

 

Im Vordergrund sind eher kleinbleibende Pflanzen, danach kommen die mittleren und im Hintergrund die hohen Pflanzen. Auf der Wasseroberfläche können auch Schwimmpflanzen eingesetzt werden. Bei diesen muss beachtet werden, dass dadurch weniger Licht bis nach unten durch scheint.

 

Pflanzen Einsetzen

Frisch gekauft Pflanzen dürfen nicht sofort ins neue Aquarium. Folgendes ist vorher zu beachten.

 

-> Töpfe, Beschriftung, Steinwolle, Blei oder Tonstücke vorher entfernen

 

-> Abgebrochene/Abgestorbene Pflanzenteile entfernen

 

-> Unter frischen Wasser kurz abspülen

 

-> Auf Schnecken, Parasiten oder dergleichen untersuchen

 

 

Beim Einsetzen der Pflanzen wird dann einfach ein kleiner Aushub im Bodengrund gemacht und alle Wurzeln vorsichtig hineingedrückt. Danach rundherum etwas andrücken. Jetzt hilft uns der niedrige Wasserstand von nur wenigen cm enorm .

 

Die Eingesetzten Pflanzen sollten nachher nicht mehr umgesetzt werden und leichter Blattverlust ist am Anfang normal.

 

Dekoration

Auch hier bist du frei nach deiner Wahl. Ich bevorzuge Natürliche Materialien wie Steine und Wurzeln.

 

Es gilt aber auch, dass das Deko Material für das Aquarium geeignet sein muss. Also vorher informieren.

 

 

Folgendes sollte beachtet werden:

 

-> keine spitze oder scharfe Gegenstände

 

-> fester und stabiler Stand. Nichts ist schlimmer als wenn eine Deko ein Fisch einklemmt.

 

-> keine Wurzeln/Holz aus unseren Wäldern oder Gewässer. Es können Bakterien, Schimmel oder sonstige Verunreinigungen ins Aquarium gelangen. Möglich wäre es, aber dies sollte nicht von Anfängern versucht werden!

 

-> Vorsicht bei Steinen aus unserer Umgebung. Sie können Kalk, Erz oder sonstige Verunreinigungen haben. Dennoch benutze auch ich Steine aus dem Tessin. Vorher werden sie aber gründlich mit heissem Wasser abgewaschen und auf Kalk oder Erz untersucht.

Kalk kann durch Zugabe von Kalklöser auf den trockenen Stein geprüft werden. Fängt der Kalklösern an zu Blubbern ist Kalk im Stein vorhanden.

 

-> Das Dekomaterial sollte keine kleine oder enge Versteckmöglichkeiten bieten. Nur zu oft verstecken sich dann dort Fische die eigentlich gar nicht dort rein sollten und kommen nicht mehr heraus.

 

Wasser auffüllen

Nun gehts ans Wasser einfüllen.


Mit einem grossen Eimer oder einem direkten Wasserschlauch, geht es rasch und einfach.


Vorher sollte folgendes beachtet werden:


-> Rund um das Aquarium etwas abdecken. Wasserspritzer sind normal.


-> Wasserwerte beachten


-> Wassertemperatur sollte annähernd der Raumtemperatur sein. Bei extremen Schwankungen kann das Aquarienglas springen!


-> Nicht direkt auf Pflanzen oder den Bodengrund leeren. Ansonsten wird deine Arbeit von vorhin zerstört. Ein Tontopf oder ein grösseren Stein vermindert den Wasserstrahl.



Wir füllen jetzt das Aquarium bis oben mit Wasser. Allerdings nicht bis ganz unter den Rand. So 2-3cm bis zur oberen Kante.

Jetzt ist das Aquarium das erstemal mit Wasser gefüllt. Wir prüfen rund um das Aquarium ob alles dicht ist und sehen unsere Unterwasserwelt an. Dies sollte der letzte Moment für Pflanzen oder Dekomaterial Anpassungen sein.


Inbetriebnahme der Technik

Vorsicht Spannung!

Zuerst Richten wir die Technik ein und erst am Schluss werden die Geräte ans Stromnetz angeschlossen. Auch für zukünftige Arbeiten am Aquarium sollten zuerst die Geräte vom Stromnetz getrennt werden.

 

Beleuchtung

Falls nötig setzten wir die Leuchtmittel gemäss Herstelleranleitung ein. Teilweise sind Folien über Reflektoren vorhanden. Diese natürlich entfernen.

 

In der Natur scheint die Sonne nur eine gewisse Zeit, daher benötigen wir eine Zeitschaltuhr.

Diese richten wir auf 8-10 Stunden Beleuchtungszeit ein. Die aktuelle Uhrzeit sollte klar sein.

 

Filter

In einem Filter setzten sich Filterbakterien nieder. Diese fressen die giftigen Nitritverbindungen im Aquarium und ersetzten sie durch ungefährliches Nitrat.

Damit diese Bakterien sich überhaupt ansiedeln können, braucht es neben der Sauerstoffreichen Strömung(Pumpe im Filter) auch genügend Platz.

Diesen Platz bieten wir den Bakterien mit dem Filtermaterial.

Mehr zum Stickstoffkreislauf

 

In einem Filter hat es mehrere Filterstufen.

Grobe Filterung -> Keramik, Ton oder Biokugeln   ->  Entfernt grobe Teile wie Pflanzenreste und bietet Platz

                                                                                     für die Filterbakterien

Mittlere Filterung -> Filtermatten                          ->  Enthält Filterbaktieren

Feine Filterung -> Flies                                          ->  Entfernt Schwebestoffe

 

Teilweise noch spezielle Materialien wie Aktivkohle, Torf, Zeolith oder ähnliches.

 

Wir setzten unseren Filter gemäss Anleitung zusammen und auch hier ist wichtig das allfälliges Verpackungsmaterial entfernt wird. Falls es ein Aussenfilter ist, müssen die Dichtungsringe stimmen und die Schläuche bis ins Aquarium geführt werden.

 

Der optimale Platz für einen Filter gibt es nicht, jedoch sollte eine gleichmässige Strömung quer durchs Aquarium erzielt werden. Bei einem Aussenfilter ist es empfehlenswert wenn der Ein- und Auslauf nicht nebeneinander plaziert ist.

 

Heizung

Der Heizstab muss zuerst auf die gewünschte Temperatur eingestellt werden. Diese Temperatur muss dem Wohlbefinden der Fische gerecht werden. 

 

Damit die Wärme gleichmässig im Aquarium verteilt wird, muss der Heizstab in der Strömung vom Filter sitzen.

 

Folgendes sollte beachtet werden:

 

-> Der Glaskolben darf keine Risse oder Sprünge haben! Ganz wichtig!

 

-> Ein Heizstab ohne Regeltemperatur ist nicht zu empfehlen

 

-> Richtige Temperatur einstellen. Besser 1°C niedriger als gewünscht.

 

 

Der Heizstab kann durchaus frei im Aquarium sichtbar sein. Es gibt Gerüchte das sich Tiere am Heizstab verbrennen. Dies kann ich zumindest bei Jäger und Sera Heizstäben ausschliessen. Meine Welse und Flossensauger sitzen teilweise stundenlang darauf.

CO2 Anlage (Optional)

Bei CO2 Anlagen gibt es zwei Ausführungen.

 

Bio CO2

Eine Bio CO2 Anlage erzeugt durch chemische Stoffe oder chemischen Zerfall selbst CO2.

 

Vorteile:

- Günstig in der Anschaffung

- Klein und Handlich

 

Nachteile

- nicht sofort CO2 verfügbar

- Druck ist variabel

- keine Regulierung möglich

- kurze Laufzeit (1-2 Monate)

- muss gereinigt werden

 

Eine Bio CO2 Anlage kann für kleine Becken sinnvoll sein, jedoch würde ich mir das Geld sparen.

 

Profi CO2 Anlage

Als Profi CO2 Anlage bezeichne ich eine CO2 Anlage mit Druckflasche, Druckreduzierventil und Manometer.

 

In einer Stahl oder bei kleinen Flaschen auch Kunststoff, wird CO2 mit hohem Druck (ca. 30-60bar) hineingepresst. Durch ein Druckreduzierventil wird es auf ein Arbeitsdruck von ca 1bar gesenkt.

An diesem Druckreduzierventil hat es noch ein Nadelventil für die genaue Einstellung der CO2 Menge.

 

Nach dem Druckreduzierventil wird ein Blasenzähler für die Austrittsmengenmessung und ein CO2-Reaktor für die effektive Verteilung des CO2 im Wasser angeschlossen.

Als Option gibt es noch ein Magnetventil für eine simulierte Nachtabschaltung.

 

Vorteile:

- Lange Laufzeit (bis mehrere Jahre, je nach Verbrauch und Grösse der CO2 Flasche)

- genaue Regulierung

- Druckanzeige (Betriebsanzeige)

- sofort CO2 verfügbar

 

Nachteile:

- teuer in der Anschaffung

- Gross und Schwer (5kg ist normal)

 

 

Was beide CO2 Anlagen noch brauchen:

- CO2 festen Schlauch

- Blasenzähler

- Rückschlagventil

- Flipper oder CO2 Treppe (Reaktor)

 

 

Einfahren und Wassertest

Sobald das Aquarium in Betrieb ist, sollten wir zunächst nichts mehr machen.

 

Wärend den ersten Tagen und Wochen verändert sich das Aquarium und richtet sein eigenes Ökosystem ein. Je weniger wir hier verändern, desto besser wird das Ergebnis.

 

Dennoch sind einzelne Wassertest nützlich.

 

Erster Test nach 7 Tagen

Nitrit NO2 -> es sollte bereits etwas messbar sein. Hohe Werte sind völlig normal

Karbonhärte KH -> kann sich leicht verändern

Gesamthärte GH -> kann sich leicht verändern

Temperatur -> gemäss Heizstabeinstellung

 

Zweiter Test nach 14 Tagen

Nitrit NO2 -> sollte hoch sein. Hohe Werte sind völlig normal (Der Höhepunkt heisst Nitritpeak)

Karbonhärte KH -> ein leichter Rückgang ist nromal

Gesamthärte GH -> ein leicht höherer Wert ist normal

Temperatur -> gemäss Heizstabeinstellung

 

Dritter Test nach 21 Tagen

Nitrit NO2 -> es sollten sinkende Werte messbar sein.

Karbonhärte KH -> sollte gemäss geplantem Härtegrad  verhalten

Gesamthärte GH -> sollte gemäss geplantem Härtegrad  verhalten

Temperatur -> gemäss Heizstabeinstellung

 

Vierter Test nach 30 Tagen

Nitrit NO2 -> es sollten wenig bis kein NO2 mehr messbar sein.

Karbonhärte KH -> sollte gemäss geplantem Härtegrad  verhalten

Gesamthärte GH -> sollte gemäss geplantem Härtegrad  verhalten

Temperatur -> gemäss Heizstabeinstellung

 

Wie man sieht brauchen wir uns eigentlich nur um den Nitritwert zu kümmern. Dieser Steigt anfänglich und bildet daher die Nahrungsgrundlagen für die ersten Bakterien im Filter. Sobald der Nitritwert wieder sinkt, heisst dies das genügend Filterbakterien für den Anfang vorhanden sind.

Wichtig ist einfach das der Nitritwert nach der Einlaufphase auf 0 oder nicht messbar ist.

Desweiteren gibt es noch weitere Messwerte die wichtig sein können, dies ist aber für Anfänger meiner Meinung nach nebensächlich.

Wassertest's

 

Natürlich muss es nicht heissen das es genau so wie hier beschrieben verläuft, allerdings sollten die 30 Tage mindestens eingehalten werden besser 60 Tage oder länger!

 

Ein erster Wasserwechsel ist jetzt angesagt. Aber nicht zuviel. 30% vom Beckenvolumen ist für jeden Wasserwechsel völlig ausreichend.

 

Die ersten Fische

Endlich ist es so weit und wir können unsere ersten Bewohner einziehen lassen. Aber auch hier gibt es wichtige Regeln.

 

Folgendes muss beachtet werden:

 

-> Zuerst die Bodenbewohner und wenige Fische, erst 7 Tage später die anderen Bewohner.

 

-> Fische in der Verpackung ins Aquarium legen (Angewöhnung an die Temperatur)

 

-> Fische aus der Verpackung in ein Fischnetz giessen. Niemals das Wasser ins Aquarium geben!

 

-> Nach dem Einsetzen Ruhe bewahren. Die Fische haben Stress

 

-> Täglich Beobachten und falls sich die Fische seltsam verhalten sofort Wasserwechsel und Wassertest

 

 

Damit wären wir am Ende des Tutorials und deine Fische sollten fröhlich im Aquarium schwimmen :-)

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